Einleitung

Über die Ausstellung

Karte von Wiesbaden im Jahr 1845, Stadtarchiv Wiesbaden Sign. KaPl 11

Die „Schöne Aussicht“ ist heute vor allem aufgrund ihrer zahlreichen Villen bekannt. Spaziert man entlang der „Schönen Aussicht“, kann man Zeugen aus 270 Jahren Wiesbadener Geschichte entdecken.
Das älteste Zeugnis ist der jüdische Friedhof, auf dem 1750 die erste Beerdigung stattfand. Im 18. Jahrhundert noch als „Idsteiner Straße“ geführt, oder, der geologischen Formation Rechnung tragend, als „Geisberg“ beziehungsweise „Kuhberg“, erhält die Straße zwischen 1857/68 ihren heutigen Namen und schließlich auch ihr heutiges Erscheinungsbild.

Die gemeinsame Ausstellung der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden und des Stadtarchivs in Kooperation mit der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen zeigt, wie die Entwicklung der Stadt das Erscheinungsbild des Friedhofs prägte. Außerdem macht die Ausstellung deutlich, wie sich der jüdische Friedhof aufgrund gesellschaftlicher und politischer Umwälzungen veränderte. Gleichzeitig nimmt die Ausstellung die Gründung des jüdischen Friedhofs vor 270 Jahren zum Anlass, die Stadtentwicklung mit Blick auf die „Schöne Aussicht“ in den vergangenen zwei Jahrhunderten nachzuvollziehen. Die Entwicklung des Friedhofs wird kurz in den historischen Kontext eingeordnet. Schwerpunkte der Ausstellung sind die Präsentation aussagekräftiger fotografischer Aufnahmen, die Einordnung der Grabsteingestaltung und die Erläuterung einzelner Aspekte der Erinnerungskultur in der jüdischen Tradition.

Spielmann-Atlas, Karte von Wiesbaden 1799